Suche

erweiterte Suche

Das könnte Sie auch interessieren

  • Pfarrerliste
  • Service

     Taufe hochzeit

     bestattung kircheneintritt

     Kontakt aktiv

    Förderverein

    foerderverein

    EWKG im Web 2.0

    facebook twitter

    QR-Code der Seite

    QR-Code dieser Seite
    QR-Code dieser Seite
     

    Der Friedhof

    Artikel von Annemarie Bünte

    Gedenktafel der Gefallen

     Ursprünglich war unser Friedhof hinter der Kirche gelegen und hieß damals mit Recht "Kirchhof". In den Kirchenbüchern trug der jeweilige Pfarrer den Tag und auf die Minute genau den Zeitpunkt des Todes ein, sowie das Alter und die Namen der Eltern. Das Ableben des Betreffenden musste zeitweise auch von zwei Zeugen bestätigt werden.

    Bei den Hugenotten gab es anfangs überhaupt keine Grabmale, und in späterer Zeit waren sie relativ einfach und schlicht. Ähnliche Anschauungen mögen unsere Waldenser gehabt haben.

    Im Lauf der Zeit wurde der Friedhof hinter der Kirche voll belegt. Pfarrer August Humbert, der 1848 von Neuchâtel nach Dornholzhausen gekommen war, schenkte nach seiner Pensionierung der Kirche einen Acker in der Flur "Im Langenfeld" für einen neuen Friedhof. Die Kirche übernahm die Kosten für die Mauer, ein eisernes Tor und die Anpflanzung einer Tannenhecke. Die Einweihung des Friedhofs bei der Beerdigung der siebenjährigen Cathérine Bailly, Tochter des Schuhmachers Conrad Bailly, am 24.Mai 1856 hat Pfarrer Humbert nicht mehr miterlebt. Aus dem vorherigen "Kirchhof" wurde ein Gemüsegarten, den der Schullehrer bepflanzte.

    Es gab natürlich eine örtliche "Friedhofsordnung" und gesetzliche Vorschriften für "Friedhöfe auf dem Lande". So musste die turnusmäßige Wiederbelegung der Reihengräber geregelt sein, auch der Schmuck des Grabes und die Gestaltung der Grabmale sollte im Rahmen des von der Kirchengemeinde Genehmigten bleiben. Für Sonderwünsche wurde eine Gebühr erhoben.

    Die Bestattung war für die evangelischen Mitbürger und für in Mischehe lebende Katholiken kostenlos, zugezogene Evangelische zahlten einen geringen Zuschlag, Katholiken und Auswärtige, da sie ja keine Kirchensteuer beigetragen hatten, 50 Mark. Die Bestattung von Personen, die ihren letzten Wohnsitz nicht in Dornholzhausen hatten, musste erkauft werden. Urnenbeisetzungen und Familien-Ruhestätten bedurften der Genehmigung des Presbyteriums.

    1912 wurde von der Ortsgemeinde eine kleine Trauerhalle gebaut.

    Gedenkstein 1870/71 Die Zeit des Dritten Reichs brachte neue Probleme mit sich. Ansprachen bei Trauerfeiern durch nichtkirchliche Prediger waren zu genehmigen, ebenso durften handwerkliche Arbeiten auf dem Friedhof jetzt auch von Andersgläubigen ausgeführt werden. Die Bestattung von Juden war "zulässig", wenn im Ort kein israelitischer Friedhof vorhanden war. Sowjetische Kriegsgefangene durften auf dem Friedhof beerdigt werden, allerdings ohne Sarg, nur in festes Papier eingehüllt.

    In würdiger Form allerdings sollte der toten deutschen Soldaten gedacht werden. Auf unserem Friedhof steht jetzt das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch.französischen Krieges 1870/71, das früher unter der alten Eiche neben dem Brunnen in der Lindenstraße (jetzt Lindenallee) seinen Platz hatte, und auf zwei Gedenktafeln sind die Namen der acht Gefallenen des Ersten und der 25 Gefallenen des Zweiten Weltkriegs verzeichnet.

    1950 war eine Erweiterung des Friedhofs dringend notwendig. Dafür fand ein Geländetausch mit dem Ehepaar Karl und Anna Port, geb. Desor, statt, den man noch durch den Kauf einer kleinen Parzelle von der Ortsgemeinde ergänzen konnte.

    Die neue Trauerhalle Schon 1956 brachte Pfarrer Holler den Vorschlag ein, man möge das Eigentum des Friedhofs der Gemeinde Dornholzhausen übertragen. Durch den Zustrom der Flüchtlinge nach dem Krieg, durch die Einpfarrung eines Homburger Gebietes 1957 hatte sich die Zahl der Kirchengemeindeglieder von 1400 auf 2400 erhöht. 1971 kam es endlich zu den abschließenden Verträgen. Unsere Kirche übertrug das Friedhofsgelände mit 4481 qm der Gemeinde Dornholzhausen. Im Gegenzug erhielt man dafür DM 50.000 und das alte abbruchreife ehemalige Schulhaus einschließlich Schulhof, das noch als Bürgermeisteramt genutzt wurde, und hatte nun die Möglichkeit, den Kirchplatz würdevoll und freundlich zu gestalten.

    Heute, im Jahre 2008, finden wieder Überlegungen zu einer Erweiterung des Friedhofs statt.

     

    Unten ein Foto vom Grabstein der letzten Waldenserfamilie "Berthalot". Grabstein der Waldenserfam. Berthalot

     

     

    PDF Drucken E-Mail nach oben