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Startseite Artikel Epiphanias (statt Heilige drei Könige)
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Das Epiphaniasfest ist älter als Weihnachten

von Stefan Schrick

„Die drei heiligen Könige sind Kaspar, Melchior und Balthasar, wobei einer von ihnen ein Mohr war.“ Diese im Volksmund beliebte Überlieferung enthält fünf biblische Falschheiten. Erstens waren es nicht Könige, sondern Weise (Magier oder Sterndeuter). Zweitens steht in der Bibel nichts von „heilig“. Drittens wird nicht berichtet, dass es drei waren. Viertens sind die Namen nirgends in der Bibel zu finden. Und fünftens steht nirgendwo, dass einer von ihnen schwarze Hautfarbe hatte.

Der Ausdruck "Könige" wurde im 3. Jahrhundert von Tertullian und anderen Kirchenschriftstellern in Rahmen der „Theologia Gloriae“ (verkürzt: alle Welt betet Gott an) gebraucht. Ihre heutigen Namen tauchten erstmals im 6.Jahrhundert auf und wurden im 9. Jahrhundert volkstümlich. Aus der Zahl der Gaben Myrre, Gold und Weihrauch schloss man auf die Dreizahl der Magier. Die drei Könige wurden auch als Vertreter der damals bekannten drei Weltteile Asien, Europa und Afrika angesprochen.
"Caspar" bedeutet übersetzt: "Der Schatzmeister"; "Melchior": "Königliches Licht"; "Balthasar": "Schütze mein Leben".

Die weit verbreitete Legende wird bei genauem Hinsehen der neutestamentlichen Aussage, nach der die weltlichen Machthaber Jesu Herrschaft gerade nicht anerkannten (vgl. auch Johannes 1, Vers 10 und Johannes 18, Vers 37) nicht gerecht. Die Reformatoren Luther und Calvin setzten mit der „theolgia crucis“ einen ganz anderen Schwerpunkt. Jesu Sieg am Kreuz versteckt sich unter einer Niederlage. Der menschlich mitleidende Christus hat keine in die Welt strahlende göttliche Aura, weil seine Gottheit sich in seiner Menschlichkeit verbirgt. Gott begegnet uns nicht in der Gloria, sondern in der Schwachheit und im Tode. Für die Welt eine Torheit (Paulus).

Das Epiphaniasfest ist älter als Weihnachten und stammt aus der Ostkirche. Mancherorts wird zwar auch die Geburt Jesu gefeiert (Orthodoxe Kirchen), überwiegend aber die Taufe Jesu und damit der Beginn seines Wirkens. Das griechische Wort „Epiphanias“ heißt auf Deutsch „Erscheinung“. „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Matthäus 3, Vers 17). Das bedeutet: Gott ist den Menschen in seinem Sohn erschienen. Da die Sterndeuter, übrigens ohne den Machthaber Herodes über Jesu Geburtsort zu informieren (Matthäus 2, Vers 12), mit dem Erlebten in ihre Länder zurückkehrten, gilt Epiphanias auch als Tag der Offenbarung Christi an die Heidenwelt (Markus 16, Vers 15 f) und somit als Tag der Mission.

 

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